Ergebnisse des Wirkungsmonitoring 2021–2023
Version 1.1, letzte Änderungen: 26. Februar 2025
Innosuisse legt grosses Gewicht darauf die Wirksamkeit der Innovationsförderung gegenüber den Stakeholdern, den politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit transparent darzulegen.
Folgende zwei Fragen stehen im Vordergrund:
- Welche Wirkungen erzielen die eingesetzten öffentlichen Mittel bei den Fördernehmerinnen und Fördernehmer (Unternehmen, Organisationen und Start-ups)?
- Wird der Wissens- und Technologietransfer zwischen Unternehmen und der Forschung gestärkt und in welcher Form?
Der Bericht ist wie folgt strukturiert:
Die wichtigsten Ergebnisse aus dem Wirkungsmonitoring sind nachfolgend kurz zusammengefasst. Im Editorial ordnen wir diese aus Sicht der Innosuisse ein. In den methodischen Grundlagen wird die Einbettung, Konzeption und Auswertung des Wirkungsmonitorings erläutert.
Im Hauptteil werden die Ergebnisse ausführlich dargestellt und kurz diskutiert. Wir empfehlen direkt hier einzusteigen für die vertiefenden, graphisch illustrierten Abschnitte zu den Förderangeboten (siehe die Kapitel links unter Ergebnisse).
- Das Kapitel Förderangebote und Inhalte zeigt auf, wie breit das Monitoring die Instrumente von Innosuisse abdeckt. In den vergleichenden Ergebnissen werden die Förderangebote untereinander verglichen.
- Danach werden in einem Kapitel pro Förderangebot die Ergebnisse des Wirkungsmonitoring präsentiert und erläutert.
Im ersten Halbjahr 2025 folgt eine Aktualisierung der Ergebnisse basierend auf dem Monitoring 2024.
Wichtige Ergebnisse auf einen Blick
Wirkungsergebnisse im direkten Vergleich
Ausgewählte Ergebnisse des Monitorings, die standardisiert erhoben werden, erlauben Vergleiche über die Förderangeboten hinweg.
- Zufriedenheit: Die Fördernehmer und Fördernehmerinnen sind mit den Angeboten von Innosuisse und deren Umsetzung zufrieden oder sehr zufrieden: 89 % bei den Teilnehmenden der Innovation Booster, rund 90% der Forschenden und 80 % der Umsetzungspartner bei den Umsetzungspartnern sowie 68 % bei den Start-ups im Core Coaching. Die Fördernehmerinnen und Fördernehmer, die mit dem Förderangebot nicht oder nur wenig zufrieden sind, liegen durchwegs tief zwischen 1 % und 2 %.
- Inkrementelle und radikale Innovationen: Innosuisse fördert sowohl radikale als auch inkrementelle Innovationen. Die jeweiligen Anteile unterscheiden sich je nach Förderangebot. Bei den Innovationsprojekten mit Umsetzungspartnern sind 25 % der Innovationen klar inkrementell und 27 % klar radikal. Bei den Start-ups im Coaching ist der Anteil radikaler Innovationen mit 55 % mehr als doppelt so hoch.
Projekte von Unternehmen mit Forschenden
Innovationsprojekte mit Umsetzungspartner
Die nationalen Innovationsprojekte sind das wichtigste Förderinstrument von Innosuisse. Unternehmen und Organisationen aus der Wirtschaft und Gesellschaft kooperieren mit Forschungspartnern, um gemeinsam innovative Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
- Markteinführung: Drei Jahre nach Abschluss der Förderung sind mehr als die Hälfte der geförderten Innovationen (57 %) entweder auf dem Markt eingeführt, im Unternehmen umgesetzt oder die Einführung ist in den nächsten zwei Jahren geplant.
- Schaffung von Arbeitsplätzen: Ein gefördertes Projekt führt im Durchschnitt der Jahre 2021–2023 zu 2.5 neuen und hochqualifizierten Arbeitsplätzen. Drei Jahre nach Abschluss der Förderung entstehen aus den Projekten rund 800 bis 900 Vollzeitstellen. Diese positive Wirkung der Förderung wird auch durch eine wissenschaftliche Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich bestätigt. Unternehmen, die von Innosuisse gefördert wurden, verzeichnen drei Jahre nach Abschluss eine um 18 % höhere Beschäftigung als vergleichbare, innovative Unternehmen ohne Innosuisse-Förderung.
- Hebelwirkung der Förderung schafft Wertschöpfung: Die Förderung führt über die neu geschaffenen Arbeitsplätze direkt zu zusätzlicher Wertschöpfung bei den geförderten Unternehmen: Jeder Förderfranken bringt der Wirtschaft direkt rund vier Wertschöpfungsfranken, gemessen drei Jahre nach der Förderung summiert für drei weitere Jahre.
- Stärkung des Wissens- und Technologietransfers: Der Wissens- und Technologietransfer (WTT) wirkt auch längerfristig: Fast die Hälfte der Unternehmen arbeitet auch drei Jahre nach Projektabschluss weiter mit ihren Forschungspartnern zusammen. 15 % übernehmen zusätzlich Forschungspersonal, das am Projekt beteiligt war. Sie stärken damit ihre interne Wissens- und Innovationsbasis.
→ Zu den detaillierten Ergebnissen und Darstellungen
Innovationsscheck
Der Innovationsscheck bietet KMU und Start-ups eine niederschwellige Förderung. Ziel ist es, Machbarkeits- und Marktstudien sowie technologische Abklärungen durchzuführen.
- Zusammenarbeit mit der Forschung: Über die Hälfte der beteiligten Unternehmen können dank des Innovationsschecks neu an den Wissens- und Technologietransfer mit der Forschung herangeführt werden. 70 % der KMU arbeiten auch nach dem Abschluss noch mit ihrem Forschungspartner zusammen.
- Erzielte Ergebnisse: Die Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern wird in nahezu allen Fällen erfolgreich geprüft. 63 % der Unternehmen haben ihre Innovationsidee erfolgreich getestet und weiterentwickelt und dieses Ziel vollständig erreicht. Rund ein Viertel der Innovationscheck führt nachfolgend ein Innovationsprojekt durch.
Projekte von Forschenden
Innovationsprojekte ohne Umsetzungspartner
Innovationsprojekte ohne Umsetzungspartner zielen darauf ab, wissenschaftliche Erkenntnisse zu risikoreichen Projekten mit hohem Innovationspotenzial in Richtung Anwendung zu entwickeln und erste Schritte in die Umsetzung zu unternehmen.
- Anwendungsorientierung: Jedes zweite geförderte Projekt liefert schlüssige Ergebnisse für weitere Umsetzungsschritte und die Hälfte der Projekte besitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit längerfristiges Potenzial für eine Markteinführung.
- Zusammenarbeit mit Umsetzungspartnern: In über zwei Dritteln der Projekte wurde bereits mit potenziellen Umsetzungspartnern zusammengearbeitet. Start-ups und Spin-offs, die aus der Forschung hervorgehen, spielen eine wichtige Rolle im WTT. In 38 % der Projekte wurde eine solche Ausgründung bereits realisiert oder ist geplant.
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BRIDGE: Proof of Concept
Das Förderangebot des Schweizerischen Nationalfonds SNF und Innosuisse bietet Forschenden ein Jahr Unterstützung, um Forschungsergebnisse anwendungsorientiert zur Marktreife zu führen und eine Karriere ausserhalb der Forschung und der Hochschulen vorzubereiten.
- Gründung von Start-ups aus der Forschung: Rund 70 % der unterstützten Forschenden gründen nach der Förderung ein Start-up oder ein Spin-off (Start-up mit formeller IP-Lizenzierung).
Starthilfe für Projekte und Vernetzung
Innovation Booster
Bei den themenorientierten Innovation Booster werden neue und radikale Innovationsideen in einem offenen und netzwerkbasierten Innovationsprozess entwickelt. Der Fokus liegt in der frühen Phase der experimentellen Ideenfindung und dem Testen von Ideen. Erfolgsversprechende Innovationsideen sollen in Projekten weitergeführt werden.
- Fähigkeiten und Kompetenzen der Teilnehmenden: Die grosse Mehrheit der Befragten (82 %) bestätigt, dass sie aufgrund ihrer Teilnahme an einem Innovation Booster ihre Fähigkeiten und Kompetenz zum Entwickeln und Testen von radikalen Ideen erhöhen konnten.
- Weiterführung der Innovationsideen: Jede zweite geförderte Innovationsidee wird weiterverfolgt, oft mit neuen Lösungsansätzen. Es entstehen daraus durchschnittlich 26 Innovationsprojekte bei Innosuisse pro Jahr.
Begleitung von Start-ups
Start-up Coaching
Das Coaching unterstützt Start-ups mit innovativen und wissenschaftsbasierten Geschäftsideen durch massgeschneiderte Begleitung in verschiedenen Gründungsphasen. Das Förderangebot gliedert sich in drei aufeinander abgestimmte Angebote – Initial, Core und Scale-up Coaching. Die Start-ups haben die Möglichkeit, an internationalen Camps und international bedeutenden Messen teilzunehmen. Die Ergebnisse des Wirkungsmonitorings betreffen das Start-up Core Coaching.
- Unterstützung der Start-ups im Core Coaching: Rund vier von fünf gecoachten Start-ups bestätigen, dass das Core Coaching in mindestens einem für das Start-up zentralen Themenbereich einen massgeblichen Beitrag geleistet hat zur Entwicklung des Start-ups (78 %). Der Anteil der Start-ups, deren Erwartungen an den gesamten Coachingprozess mehrheitlich erfüllt wurden, liegt mit 84 % noch etwas höher.
- Kapitalakquisition: Bis zum Abschluss des Core Coachings haben 21 % der Start-ups über 5 Millionen Franken an Kapital akquiriert. Zwei Drittel erhielten im Core Coaching direkte und hilfreiche Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung.